Dienstag, 28. April 2015

"Glühwürmchensommer" von Gilles Paris

Berlin Verlag
224 Seiten
ISBN 9783827012296
Berlin Verlag
Preis: 16,99€
gebundene Ausgabe
erschienen  03/2015



Ein Papa, eine große Schwester, zwei Mamas -das ist Victors Familie. Victor ist erst 9 Jahre alt, aber er weiß schon gut Bescheid. Aber natürlich versteht er nicht alles. Zum Beispiel, warum Mama jetzt nicht mehr mit Papa, sondern mit Pilar zusammen wohnt. Papa lebt jetzt in Paris. Früher hat Mama oft mit ihm gestritten, weil er die Rechnungen lieber versteckt hat, statt sie zu bezahlen. Mit Pilar ist alles viel friedlicher. Sie mal Bilder, nur Landschaften, ohne Menschen. Und Mama liest am liebsten die Bücher aus ihrer Buchhandlung. Aber einmal im Jahr, in den Sommerferienfahren sie in den Urlaub ans Meer, an die Cote d' Azur.
Dieses Jahr ist es dort irgendwie besonders, denn dieses Jahr sind die Glühwürmchen da, und mit ihnen ist es magisch, findet Victor. So magisch, dass er nach den Ferien ein Buch schreibt... Der Glühwürmchensommer.

Meine Meinung

Ok, wenn meine Kinder mit 9 Jahren so erzählt hätten wie Victor, hätte ich sie auch ein Buch schreiben lassen. Victor ist sehr sensibel, er hat einfach ein Gespür für das Besondere. Und er ist so herrlich naiv, ohne dabei dumm zu wirken. Dementsprechend sind seine Aussagen sehr poetisch und berührend, andere würden vielleicht eher altklug dazu sagen.
Seine Familienmitglieder sind ihm sehr wichtig, das merkt man daran, wie liebevoll er sie beschreibt. Besonders sein Papa, der angeblich nie erwachsen werden wollte. Es hat etwas mit einem Unfall zu tun, der sich in Papas Kindheit begeben hat.
Es ist ein kleines Stück Familiengeschichte, und sie ist nett. Ja wirklich nett, so wie sie erzählt wird, was Victor erlebt, wie er seine erste große Liebe entdeckt, wie seine Schwester sich mal wieder verliebt, wie Mama und Papa miteinander umgehen, all das sieht Victor mit seinen Kinderaugen und lässt uns teilhaben an seinen Gedanken. Dabei wird jedes noch so kleine Detail festgehalten, egal ob Landschaft oder Personen. Dadurch war ich mit im Urlaub, mit dabei am Strand, mit dabei bei seinen Streifzügen mit den Zwillingen, die einen wichtigen Teil in Papas Vergangenheit spielten.

Unterm Strich

Es ist mit seinen knapp 200 Seiten schnell durchgelesen und doch bleibt es gut in Erinnerung in seiner Art. Darum 5 Sternthaler und ein wenig Magie und Glühwürmchenleuchten.


 Der Autor
Gilles Paris wurde 1959 in Suresne geboren und verdingte sich nach seinem Abitur als Kellner, Medikamententester und Bürohilfe. Er war im Ministerium für Jugend und in verschiedenen Buchverlagen tätig, gründete eine Agentur für Öffentlichkeitsarbeit und schrieb für mehrere Zeitungen als freier Journalist. Der Glühwürmchensommer ist sein vierter Roman. 
Quelle: Berlin Verlag Autorenseite 

Vielen Dank an Vorablesen und den Berlinverlag für dieses Leseexemplar.

Freitag, 17. April 2015

Lesen...

Hallo Ihr Lieben,

Man kann ja alles mögliche lesen, nicht nur Bücher... klar. Die Bücher, die ich gerade lese, sind irgendwie nicht so wirklich meins, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Lesen kann man auch Liedtexte, und das habe ich am Mittwoch Abend gemacht. Meine liebe Kollegin und wirklich gute Freundin Gitta hat mich gemeinsam mit ihrer Tochter mitgenommen...


Ihr habt keine Ahnung, was das ist? Hatte ich auch nicht. Aber jetzt weiß ich Bescheid und ich muss schon sagen, es war eine Mordsgaudi, die ich dringend nötig hatte, müßt Ihr unbedingt auch mal machen.

Stellt Euch einen großen Saal vor, der mit ca. 600 - 800 Menschen gefüllt ist, hauptsächlich Mädels, dazwischen aber auch Herren. Vor Euch eine Leinwand, ein Klavier und ein Schlagzeug. Und dann gehts los. Karaoke im großen Kreis.

Auf der Bühne taucht ein Herr im feinen Nadelstreifenanzug auf... mit leichter Elvisgedächtnistolle, dazu gesellt sich ein lethargisch wirkender Schlaugzeuger und dann gehts los mit dem Rudelsingen.
Auf der Leinwand erscheint der Text und das dynamisch-musikalische Duo begleitet die Kampfsängerinnen und Sänger.

Ich sags Euch, das hatte ich nicht erwartet... so viel Spaß und gute Laune, wie damit verbreitet wurde, das war der Wahnsinn.
Mal in deutsch, mal in englisch, von Abba über Bill Ramsay, die Caprifischer und die Beattles, Tina Turner oder Jürgen Drews, ganze 3 Stunden, glaube ich zumindest, wurde gesungen, geklatscht und getanzt, was das Zeug hielt. Zwischendurch 2x Pause, um die Stimmen zu ölen.

Also, wenn Ihr mal die Gelegenheit dazu habt, macht mit, Ihr werdet es nicht bereuen. Ist auch nicht schlimm, wenn Ihr nicht singen könnt, fällt bei solch einem Rudel überhaupt nicht auf, spätestens nach dem 2. Lied schmettern alle mit.

Klickt hier, dann kommt Ihr auf die passende Internetseite, vielleicht gibt es soetwas bei Euch ja um die Ecke. In Hannover ist der nächste Termin am 16.06., vielleicht können wir ein paar Kolleginnen und Kollegen mitnehmen, das wäre ein Spaß.

RTL war auch da, klickt hier und Ihr seht ein kurzes Video von Mittwoch Abend.

Euch allen ein schönes Wochenende
Liebe Grüße, Eure Petra

Dienstag, 7. April 2015

"Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte" von Rachel Joyce

Fischer Verlag
432 Seiten
ISBN 9783596195374
Fischer-Verlag
Preis: 9,99€
Taschenbuch
erschienen 10/ 2014

In zwei Sekunden kann viel geschehen. Byron weiß das nur zu gut, denn er ist sich sicher, wenn diese zwei Sekunden nicht gewesen wären, hätte seine Mutter sicher niemals das kleine Mädchen auf dem roten Fahrrad angefahren. Warum mussten sie auch unbedingt jetzt diese zwei Sekunden hinzufügen? Byron ist elf Jahre alt, genau wie sein Freund James. Gemeinsam versuchen sie, herauszubekommen, was genau passiert ist. Byron's Vater hat seiner Frau erst vor kurzem dieses Auto geschenkt. Er darf von diesem Unfall nie erfahren. Aber was ist mit seiner Mutter los? Scheinbar hat sie von diesem Unfall überhaupt nichts bemerkt. Doch als Byron sie davon überzeugen kann, dass es tatsächlich geschehen ist, verändert sie sich langsam, aber sicher.

Meine Meinung

Es braucht weniger als eine Sekunde, wenn ein Unglück passiert. Und hier sind es eben zwei Sekunden, die ausgerechnet in dem Moment dazugefügt wurden, um die Zeit korrekt laufen lassen zu können.
Es ist mein erstes Buch von Rachel Joyce und ihr Stil ansich gefällt mir ganz gut. Es ist eine interessante Idee, die sie hier auf Papier bringt. Und auch die Protagonisten sind gut dargestellt. Aber all das nutzt nichts, wenn die Geschichte zu lang wird. Im Grunde genommen sind es zwei Geschichten, die abwechselnd erzählt werden. Die eine handelt im Jahr 1972, als der Unfall geschah. Byron und James sind noch Kinder und ihre Welt gerät vollkommen durcheinander.
Die andere Hälfte des Buches besteht aus der gegenwärtigen Zeit, mindestens vierzig Jahre nach dem Unfall und handelt von Jim.
Im Laufe der Erzählung erfährt man von ihm, dass er seit seiner Jugend immer wieder in psychiatrischen Einrichtungen behandelt wurde und auch heute noch bestimmten Zwangshandlungen unterliegt.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich dahinter kam, was es mit diesem Jim auf sich hat. Leider zieht sich das Ganze dabei zu sehr in die Länge, bis die Autorin endlich auf den Punkt kommt. Wo anfänglich noch Neugier herrscht, hofft man irgendwann nur noch auf das Ende. Trotzdem wollte ich es auch nicht vorzeitig beiseite legen, denn es ist sehr vielfältig. Hier treffen psychische Probleme und Wahrheiten aufeinander, hier verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Alltägliche Gegebenheiten lösen massive Konflikte aus und bringen so scheinbar perfekte Idylle förmlich zum Einstürzen.

Meine Meinung

Alles in allem schon berührend, aber durch die Längen hat es mich nicht wirklich mitgerissen. Dabei ist es kein schlechtes Buch. Für die Idee vergebe ich 4 Sternthaler.

Die Autorin
Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. Ihr erster Roman, ›Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry‹, wurde für den Booker-Preis nominiert, mit dem Specsavers National Book Award für das beste Debüt prämiert, eroberte in über 30 Ländern die Bestsellerlisten und wird verfilmt. Auch ihre Romane ›Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte‹ und ›Das Geheimnis der Queenie Hennessy – Der nie abgeschickte Brief an Harold Fry‹ sind internationale Bestseller. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.
Quelle: Fischer-Verlag Autorenseite

Freitag, 3. April 2015

Mein SuB schrumpft

... im März Monat nicht um einen Zentimeter. Wegen der Buchmesse... ich kann nichts dafür... ehrlich.

Aber ich habe folgende Bücher im März 2015 gelesen
  • Anklage: Sterbehilfe von Martina Rosenberg, 198 von 240 Seiten
  • Das Jahr das zwei Sekunden brauchte von Rachel Joyce, 432 Seiten
  • Der Tote vom Maschsee von Susanne Mischke, 301 Seiten
  • Einäugige Echse von Carl Hiaasen, 319 Seiten
Weitergelesen
  • Nacht ohne Namen von Jenny-Mai Nuyen, bis jetzt 231 von 448 Seiten
Das macht insgesamt 1454 Seiten nach Abzug aller schon im Februar gelesenen Seiten.

Mein Lieblingsbuch war diesmal das von Martina Rosenberg, das hat mich wirklich bewegt.

Und wie war Euer Monat, welches war Euer Liebling?

Herzliche Grüße, Eure Petra

Mittwoch, 1. April 2015

Gesammelte Schätze und Zitate im März 2015

Hallo Ihr Lieben,
auch im März wurde wieder fleißig nach Schätzen gegraben, damit unsere Schatzkisten bei Kathrin voller und voller wird.
The Ozian Year

Also dann, schauen wir mal, was sich in meinem Kästchen angesammelt hat.

"Anklage: Sterbehilfe" von Martina Rosenberg
Erschienen 03/ 2015
Seite 199
„"Egoismus heißt Rücksichtslosigkeit, und die kann man Jan nicht zusprechen. Den Menschen treiben doch meist eigene Motive an", erklärt er den Leuten im Gericht. "Wir sollten nicht die zum Straftäter machen, die anderen helfen wollen."”
Seite217
„Wie stark kann der Einzelne sein, wenn sich die medizinische Gottheit mit drohendem moralischen und ethischem Zeigefinger vor ihm aufbläht?”
Seite 219
„Leben auf Ewigkeit im Windelpaket? Ist das die Botschaft an uns?”
Seite 231
„Niemand sollte sich scheuen, einen geliebten Menschen in einen sanften Tod zu begleiten.”

"Das Jahr das zwei Sekunden brauchte" von Rachel Joyce
Erschienen 11/ 2013
Seite 63
„"Niemand weiß, wie man normal ist, Jim. Wir versuchen nur unser Bestes. Manchmal brauchen wir nicht nachzudenken, dann wieder ist es, als rennen wir einem Bus hinterher, der schon halb die Straße runter ist."”
 Seite 100
„Manchmal ist es mit mehr Gefahren verbunden, für etwas zu sorgen, das schon wächst, als etwas Neues zu pflanzen.”
Seite 310
„Mit der Zeit war es dasselbe, dachte er, und mit dem Kummer auch. Beide warteten, bis sie zuschlagen konnten. Und egal, wie heftig man mit den Armen wedelte und herumbrüllte. sie wussten, dass sie den längeren Atem hatten. Sie wussten, dass sie einen am Ende kriegten.”
Seite 362
„Vielleicht sind die klügsten Leute nicht diejenigen, die sich für klug halten. Klug ist vielleicht, wer akzeptiert, dass er nicht weiß.”

"Einäugige Echse" von Carl Hiaasen
Erschienen 03/ 2015
Seite 215
„"Sie haben tolle Zähne. Bleichen Sie die?" "Wie bitte?" "Mit Crest Whitestrrips, stimmt's?" "Ich nehme statt Zahnseide immer Stacheldraht," erwiderte Skink mit todernstem Gesicht.”
Seite 229
„Meine Cousine in vollem Diva-Modus - zu eitel, um Hilfe zu rufen. Unglaublich. "Wenn du willst kannst du ja Spargel rufen", sagte ich. "Ich werde jedenfalls Hilfe rufen."”

Nacht ohne Namen von Jenny-Mai Nuyen
Erschienen 03/ 2015
Seite 14
„Nicki sah das so: Schule war zu dreißig Prozent Bildung, zu siebzig Prozent reine Inhaftierung, weil die Gesellschaft Angst vor freilaufenden Jugendlichen hatte.”
Seite 22
„Es waren ziemlich viele Bücherstapel. Sie wuchsen wie bunte Pilze aus sämtlichen freien Flächen und dienten hier und da einer verkrusteten Schüssel als Untersatz.”

So, ich glaube, das sollte wohl genügen.

Ich wünsche Euch eine schöne Osterwoche
Liebe Grüße, Eure Petra
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