Montag, 31. März 2014

"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich

dotbooks
279 Seiten auf meinem Tolino
ISBN 9783955204501
dotbooks.de
Preis: 4,99€
Ebook


Martin ist 7, als er dem Tod das 1. Mal begegnet. Nicht weil er selbst stirbt, sondern wegen seiner Oma. Mit 7 ist "Kind" noch offen für alles, so macht Martin sich also nicht allzuviele Gedanken darüber, dass die anderen Tod nicht sehen können. Und so freunden die beiden sich an, und Tod schaut immer mal wieder bei Martin vorbei. Sie spielen zuhause zusammen Schach, später auch mal Bowling in Moskau und haben auch sonst einigen Spaß miteinander. Doch es ist nicht immer witzig, besonders als Martins Schulfreund Gerrit stirbt und Martin es trotz aller Bemühungen nicht verhindern kann.
Und dann erfährt er, dass er später einmal Tod's Job übernehmen soll. Das soll sein Schicksal sein...

Meine Meinung

Das Thema Tod ist nicht lustig. Aber hier hat der Autor es so urig verpackt, dass ich oft nicht anders konnte, als herzlich zu lachen.
Ich meine, stellen Sie sich mal folgendes vor: Der Tod, gehüllt in einen schwarzen Umhang, sitzt mit überschlagenen Beinen auf einer Bank, singt leise "Ob la di ob la da" vor sich hin und hält dabei einen Kescher in der Hand, um die Seelen der Verstorbene in Form von Schmetterlingen zu fangen. Sorry, aber das hat mir schon den ersten Lacher entlockt.

Der amüsante Teil hält eine ganze Weile an und ist streckenweise recht ironisch gehalten. Doch mit der Zeit wird das Ganze ernster, verliert aber trotzdem nicht seinen besonderen, bissigen Charme.
Über das ganze Buch hinweg ist trotz aller Lacher eine Art Tiefsinnigkeit zu erkennen, die mich zwischendurch schon zum Nachdenken angeregt hat.
So geht es auch Martin, der versucht, das Schicksal auszutricksen und damit doch ein paar Leben vorerst zu retten, weil sie seiner Meinung nach einfach noch nicht dran sind.
Der Tod begleitet Martin von Kindheit an, in der Schulzeit, bei seinem Hobby bei der DLRG, später auch beim Bund, und natürlich bei seinem Beruf als Arzt.
Ab und an kommt auch der Kescher dabei zum Einsatz und Martin sieht letztendlich ein, dass er nicht alle retten kann. Es macht ihm sein Leben deutlicher, und er nutzt die Chance, alles bewusster zu erleben.
All das hat Sebastian Niedlich wirklich gut verpackt, es ist locker geschrieben, und ich konnte es flott lesen. 

Unterm Strich

Ob la di ob la da... Für diese gute Unterhaltung vergebe ich sehr gerne 5 Sternthaler.

Der Autor
Sebastian Niedlich, 1975 in Berlin-Spandau geboren, ist Autor aus Überzeugung und schrieb zahlreiche Graphic Novels und Drehbücher. Bei dotbooks veröffentlichte er bereits den Roman „Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens“ sowie „Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich“.

Der Autor im Internet: https://www.facebook.com/pages/Sebastian-Niedlich/576796355717394
Quelle: dotbooks.de Autorenseite

Vielen Dank an dotbooks, bei dessen Gewinnspiel ich dieses Ebook gewinnen durfte.

Sonntag, 30. März 2014

"Deutschland misshandelt seine Kinder" von Saskia Guddat und Michael Tsokos

DrömerKnaur-Verlag
255 Seiten
ISBN 9783426276167
DrömerKnaur-Verlag
Preis: 19,99€
gebundene Ausgabe


Die Autoren Tsokos und Guddat sind Rechtsmediziner der Berliner Charitè. Mit ihrem Buch decken sie Missstände auf, die einfach unfassbar sind. Es sind Tatsachen, die hier behandelt werden, nichts davon ist Fiktion. Ehrlich gesagt liest es sich wie ein schlechter Krimi, denn häufig hatte ich eine Gänsehaut, während ich las, was Eltern, Stiefeltern, Lebensgefährten/innen mit ihren Kindern anstellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Kind 6 Monate oder 6 Jahre alt ist.
Genauso erschreckend ist die Tatsache, dass die Täter in allen Gesellschaftsschichten anzutreffen sind. Die Häufigkeit nimmt in den unteren Schichten eher zu, aber die Taten sind die Gleichen. Schläge, Schütteltrauma, Verbrennungen, Striemen, Knochenbrüche, Verbrühungen, Bisswunden, einfach alles.

Oft sind es Elternteile, die total überfordert sind oder allein gelassen wurden, oder die trotz Zusammenarbeit mit den Jugendämtern und der Familienhilfe ihre Kinder weiterhin misshandeln.

Es ist eine Aneinanderreihung, die sich kaum unterbrechen lässt: Die Eltern sind überfordert, wurden in ihrer Kindheit oft selbst zum Opfer, und sind jetzt Täter. Die Jugendämter sind unterbesetzt, und mit viel zu vielen Fällen total überlastet. Beauftragte Organisationen, die als Familienhilfe unterstützen sollen, sind entweder noch zu jung und unwissend, erkennen die Symptome nicht oder missverstehen diese. Manche von ihnen wollen die Probleme nicht sehen, damit sie selbst als die "Guten" dastehen, denn in ihren "Familien" kommt so etwas ja nicht vor.

Und überhaupt: Eltern tun so was nicht...

Das ist wohl häufig auch die Meinung der Mediziner in Arztpraxen und Krankenhäusern. Und Misshandler sind wirklich sehr erfinderisch, was das Geschichten erfinden betrifft.

Es gibt in diesem Buch unzählige "Unfälle", und nur sehr wenige von ihnen sind tatsächlich nicht durch Misshandlung entstanden, sondern durch bis dahin unerkannte Erkrankungen oder Gendefekte. Aber das zu selektieren, bedarf sehr guter Kenntnisse und einen offenen Blick auch für das Unvermutete.

Dieses Buch deckt nicht nur auf, es gibt auch Tipps und zeigt Möglichkeiten, damit man selbst tätig werden kann und nicht wegschaut.

Die Autoren gehen hier sehr offen und direkt mit diesem Thema um, hier wird nichts geschönt, alles sind Tatsachen.

Was mir abschließend sehr wichtig ist, sind die Vorurteile, die dringend abgebaut werden müssen: Man darf nicht alle über einen Kamm scheren! Es sind alle betroffen, die Armen und die Reichen, die ganz oben genauso wie die ganz unten.

Ich habe mich sehr schwer getan, etwas zu diesem Buch zu schreiben, darum bin ich vielleicht etwas zu ausufernd geworden, aber ich finde, zu diesem Thema etwas zu schreiben, kann nie zu viel sein!

Die Autoren
Saskia Guddat, 1980 geboren, ist Fachärztin am Institut für Rechtsmedizin der Charité. Sie ist Mitglied mehrerer Berliner Kinderschutzgruppen und berät die Berliner Kinderkliniken, den Berliner Kinder- und Jugendgesundheitsdienst sowie die Ermittlungsbehörden, Gerichte und Jugendämter.

Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher über spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin sind allesamt Bestseller.

Vielen Dank an Tialda von Bibliofeles, die die Aktion zu diesem Thema ins Leben gerufen hat.

Montag, 24. März 2014

"Mehr als das" von Patrick Ness

cbt
512 Seiten
ISBN 978357162737
cbt
Preis: 17,99€
gebundene Ausgabe




Klickt hier und Ihr gelangt zur Leseprobe

Als Seth wieder aufwacht, ist alles anders. Das letzte, woran er sich erinnern kann, ist dass er in's Meer gegangen ist, um seinem Leben ein Ende zu machen.Und jetzt ist er wieder am Leben, obwohl er eigentlich schon tot war. Allerdings ist ihm der Ort, an dem er sich nun befindet, zunächst vollkommen unbekannt. Und was besonders seltsam ist: Er ist ganz allein. Keine anderen Menschen, keine Tiere, kein Strom. Wo sind sie alle hin und warum ist nur er hier? In seinem "anderen" Leben wohnt er in den USA, hat Familie, Freunde, seine Schule, alles. Naja, fast alles. Seinen Freund Gudmund hat er nicht mehr, seitdem bekannt wurde, dass die beiden zusammen waren.
Als er schließlich doch zwei weitere Jugendliche findet, die ebenfalls nicht eines natürlichen Todes gestorben sind, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach? Was auch immer...

Meine Meinung

Kaum hatte ich das Buch angelesen, war ich auch schon mitten drin in düsterer Stimmung. Und diese hält wirklich sehr lange an. Die Einsamkeit und das verzweifelte Gefühl werden dabei sehr gut deutlich gemacht. Ich mag mir kaum vorstellen, ganz allein zu sein.
Zu Beginn ist dabei alles sehr anonym, da kein Name genannt wird. Aber der "Junge" träumt zwischendurch aus seinem alten Leben, und nach und nach fällt ihm vieles wieder ein, unter anderem auch sein Name.

Es geht viel um Schuldgefühle, Toleranz und sexuelle Orientierung. Ich finde es dabei schwierig, darüber zu berichten, ohne zu viel zu verraten. Einerseits herrscht hier Endzeitstimmung, unsere Welt ist leer, das eigentliche Leben findet in einer Parallelwelt statt. Das erinnerte mich beim Lesen häufig an die Matrix. Doch oft fragt sich Seth, ob auch sein jetziges Leben vielleicht genauso wenig real ist.

Sehr deutlich fällt mir der emotionale Anteil in Seth's Träumen auf, während seine Wachphasen sehr distanziert wirken.
Leider ist mir das Ganze zu lang, vielleicht nötig, um all die Traumphasen unter zu bringen, aber dafür passiert mir insgesamt einfach zu wenig. Zudem lässt das Ende vermuten, dass es einen 2. Teil gibt.

Unterm Strich

Sehr düster und zu lang, aber die Idee ist sehr interessant. Darum 4 Sternthaler von mir.


Der Autor
Patrick Ness wuchs in den Vereinigten Staaten und auf Hawaii auf. Seit Ende der 90er-Jahre lebt er in London und ist dort als Literaturkritiker für die Tageszeitung The Guardian tätig. Für seine Kinder- und Jugendbücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, er gewann unter anderem den renommierten Costa Children's Book Award und war auf der Auswahlliste für die Carnegie Medal.

Für »Sieben Minuten nach Mitternacht« erhielt er als erster Autor gleichzeitig die Carnegie Medal und den Kate Greenaway Award sowie neben unzähligen anderen Auszeichnungen den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012.

In »Sieben Minuten nach Mitternacht« schreibt Patrick Ness eine Idee seiner mit der Carnegie Medal ausgezeichneten Schriftstellerkollegin Siobhan Dowd weiter. Ihr früher, tragischer Krebstod verhinderte die Umsetzung ihrer Idee in eine eigene Geschichte.
Quelle: cbt Autorenseite

Vielen Dank an das Amazon-Vine Programm und den cbt-Verlag

Sonntag, 16. März 2014

Buchmesse Leipzig oder wie lange man stehen kann

Hallo Ihr Lieben,

wie ja bereits angedroht, bin ich gestern mit Töchterchen um 6.00 Uhr in Hannover Richtung Leipzig gestartet. Unsere Buchhandlung Lehmann hat das Ganze wieder organisiert, sodass wir beide... Dank einer Bonuskarte... für 60,-€ zu Messe fahren konnten.

Lehmanntasche

Wie schon im letzten Jahr gab es für jeden eine prall gefüllte Tasche mit jeder Menge Inhalt in Form von je 5 Büchern, Kugelschreiber, Schreibblock, Notizzetteln, einer kleinen Klemmleseleuchte, einer Flasche Wasser und einem Müsliriegel... vielen, vielen Dank dafür.


Um 9.30 Uhr angekommen, setzten wir uns zum blauen Sofa, um auf meine Schwester zu warten. Sie hatte ihre Karte inkl. Zugfahrt bei Vorablesen gewonnen, ihr findet sie dort als Lesraum45.


So konnten wir dann gemeinsam um kurz vor 10.00 Uhr zur ersten Halle schlendern, während Töchterchen schon unterm Glasdach total beeindruckt war und tatsächlich sprachlos umher schaute.

Obwohl die Comic-Con dieses Jahr ihre eigene Halle bekam, waren die Kostüme nicht zu übersehen.


Nach und nach haben wir so unseren Plan abgearbeitet, mal gemeinsam, mal allein. Und natürlich überall Eindrücke festgehalten.

Simon Beckett hatte es sich im ARD-Forum gemütlich gemacht, sowie jede Menge Zuhörer und Zuschauer. Wir gehörten eher zu den Zuschauern, hatten uns aber vorgenommen, ihn später zur Signierstunde erneut aufzusuchen.

Simon Beckett

Während Schwesterherz und Töchterchen sich im Comic-Zeichnen üben wollten, stattete ich erst dem Literaturcafé einen Besuch ab, denn dort gab es eine Lesung zu einem Hannover-Krimi von Thorsten Sueße. Leider muss ich sagen, wenn ein Autor nicht gut ist im Vorlesen, bin ich ziemlich schnell abgelenkt...

Thorsten Sueße

Und so ging ich dann weiter, um Angelika Diem am Machandel-Stand zu besuchen, denn ich lese sowohl ihre Kurzgeschichten als auch ihre Fanatsygeschichte mit der Vollstreckerin Caitlynn sehr gern.

Angelika Diem

Sie hatte in einer Mail mitgeteilt, dass sie dort anzutreffen sei, denn im Programm unter den Mitwirkenden war sie nicht aufgelistet. So konnten wir einen kleinen Moment plaudern und ich habe mir ein Autogramm bei ihr abgeholt, später dann noch schnell ein Foto, das ich beim 1. Besuch doch glatt vergessen hatte... ich übe noch ;o). Sie hatte dann noch einen Lesetip für mich: "Der Wolf und das böse Rotkäppchen", das muss ich mir mal genauer anschauen.

Nach dem Mittagessen bin ich dann mit Töchterchen mutig in Halle 1 gegangen, allein wollte sie noch nicht, was ich bei den Menschenmengen auch gut verstehen konnte. Nach ca. 20 Minuten schieben und mitschwimmen sind wir dann aber doch geflohen...

Mittlerweile hatte mein Schwesterherz sich brav in die scheinbar endlose Schlange der Beckett-Begeisterten eingereiht und tapfer ausgehalten. Bei Markus Heitz nebenan hingegen war fast schon Ende, aber ich hab ihn noch schnell mein Moleskin entgegen gestreckt für eine Unterschrift... und diesmal gleich ein Foto gemacht.

Markus Heitz

Die restliche Wartezeit konnte ich gut überbrücken, denn ich hatte Anja... Bücherraupe... von Vorablesen angeschrieben, wo ich gerade war und sie kam glatt vorbei. Wir hatten vorher über Vorab unsere Nummern ausgetauscht, einen Versuch war es wert. So haben wir bestimmt eine halbe Stunde nett geplaudert, und ich hab ihr noch eine Kleinigkeit überreicht in Form von ein paar Exlibris-Einklebern und einem Minilesezeichen in Sternform... genau... wegen Sternthaler.

Bücherraupe... Leseraum45(mein Schwesterherz) ... und ich

Was soll ich sagen, Herr Beckett hat tapfer alle Wartenden abgearbeitet, statt der veranschlagten halben Stunde war er geschlagene 2 Stunden dort... Respekt.

Simon Beckett

Danach erneut ins Literaturcafé, um mal zu schauen, was es mit "Stricken mit der Häkelnadel" auf sich hat... mein Schwesterchen hat sich das passende Buch gekauft, ich werde es wohl später mal genauer erfahren.


Die Zeit ist wie im Flug vergangen, und nach einer kleinen Kaffee-Tee-Cola-Pause ist meine Schwester dann gegen 16.45 Uhr langsam Richtung Ausgang geschlendert... bis nach Hattorf/Harz mit dem Zug geht auch nicht so schnell und die S-Bahn bis Halle nicht gerade leer.


Gemeinsam mit Töchterchen bin ich dann nochmal in die Halle 5 geschlichen... die Füße... um dort noch auf David Safier zu treffen.

David Safier

Die Schlange war harmlos und das Warten konnte ich erneut gut überbrücken, denn Friedelchen von Friedelchen's Bücherstube kam für ein Safier-Foto vorbei... wie praktisch.

Friedelchen

Auch wir beide wollten unser Treffen festhalten, aber unsere Fotografin hat leider den Auslöser nicht komplett durch gedrückt, von mir dazu also kein Foto. Aber Friedelchens Begleitung hat ein Foto per Handy gemacht... besser als nichts, aber ein Grund mehr, sich mal wieder zu treffen.


Total fertig, aber zufrieden sind wir danach zum Bus gegangen, mit vollen Taschen und leeren Flaschen, und um 21.25 Uhr konnten wir dann in Hannover am ZOB aus dem Bus gleich in's Auto umsteigen und nach weiteren 15 Minuten endlich ohne Schuhe auf dem Sofa unsere Beute begutachten.

Ohne geht nun mal nicht

Die Buchstabenfängerin war leider wie eine rasende Reporterin in den Hallen unterwegs, so konnten wir uns diesmal nicht treffen... aber nächstes Jahr bestimmt!


So, mehr sollt Ihr nicht ertragen... aber Danke, wenn Ihr bis hier ausgehalten habt!!

Ich wünsche Euch einen netten Abend
Liebe Grüße, Eure Petra

Die folgenden Bilder könnt Ihr leider nicht großklicken










Freitag, 14. März 2014

Morgen früh...

... um 6.00 Uhr fährt unser Bus Richtung Leipzig!

Töchterchen (13) mittelmässig buchbegeistert, kommt mit. Wir versuchen uns mit Friedelchen, Buchstabenfängerin, Büchersally und Buchraupe sowie Leseraum45 von Vorablesen zu treffen... wenn es klappt, gibt es natürlich Fotos!

Noch mal eben schauen, ob wir alles haben
  • Karten für den Bus und die Messe... gecheckt
  • Buch für meine Schwester (Leseraum45)... gecheckt
  • meine ...Seitenweise... Tasche vom letzten Jahr... gecheckt
  • fussfreundliche Schuhe... gecheckt
  • genug zu trinken... gecheckt
  • fast 4 Seiten Merkliste von "Leipzig liest" mit genügend Auswahl gegen Langeweile... gcheckt
  • Fotoapparat aufgeladen... gecheckt
  • Vorablesentasche... gecheckt
  • gute Laune... gecheckt

Ich glaube, das reicht!!

Also dann, Ihr Lieben, bis Sonntag

Liebe Grüße, Ich freu mich auf Euch
Eure Petra

Donnerstag, 13. März 2014

"Liselotte, Fräuein Nowak und der Grieche" von Florian Herb

Ullstein-Verlag
269 Seiten
ISBN 9783548285320
Ullstein-Verlag
Preis: 8,99€
Taschenbuch


Er hatte doch versprochen, sie nie allein zulassen. Und nun? Nun ist ihr Franz Ferdinand gestorben, einfach so. Liselotte versteht die Welt nicht mehr und das im wahrsten Sinne des Wortes. Schließlich hat ihr Ehemann bis jetzt alles geregelt. Und wenn ich hier alles sage, meine ich auch alles. Vom Abwasch über's Putzen bis zu Zahlung von Rechnungen, eben wirklich alles. Mit ihren 82 Jahren wird Liselotte bald klar, dass es so nicht geht, sie schafft das alles einfach nicht. Zum Glück helfen ihr die Artikel aus ihren geliebten Zeitschriften und nach einem "Untermieter-Casting" zieht die Jura-Studentin Barbara bei ihr ein. Sie hat die mittlerweile recht unaufgeräumte Wohnung schnell im Griff und Liselotte ist restlos begeistert. Aber bald macht den beiden etwas anderes Kopfschmerzen: Geldsorgen! Schleunigst muss eine Lösung gefunden werden, aber ob der Grieche Dimitrios wirklich das Allheilmittel ist?

Meine Meinung

Was für ein Spaß. Florian Herb hat hier eine witzige WG zusammen gewürfelt, mit Bewohnern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Liselotte, frisch verwitwet, kinderlos und mit der technischen Einrichtung ihrer Küche vollkommen überfordert... sie ist sich übrigens sicher, dass der Kaffeeautomat ihren Mann umgebracht hat. Ohne ihren Franz ist sie praktisch Lebensuntauglich. Das macht sie anfangs etwas unsympathisch und lässt sie arrogant erscheinen, obwohl sie einem ja auch ein klitzebisschen Leid tun kann.

Barbara dagegen mit ihren 20 Jahren, studiert Jura und ist gerade aus ihrer alten WG geflogen. Sie ist es seit einigen Jahren gewohnt, einen Haushalt zu schmeißen. So kann sie Liselotte perfekt unterstützen und im Gegenzug kann Liselotte spät als Ersatz-Oma fungieren, denn Barbara ist nach einem One-Night-Stand schwanger.

Der Letzte im Bunde ist der 49-jährige Dimitrios. Frisch aus Athen eingeflogen, 10.000€ beim Zoll und keinen Plan von irgendwas, nimmt er sehr gerne das Angebot an, bei Liselotte ein Zimmer zu mieten. Etliche Versuche, als Steuerexperte Arbeit zu bekommen, scheitern kläglich, bis er für einen Landsmann die Steuererklärung macht. Bald darauf steht das Telefon nicht mehr still und das "illegale" Geldscheffeln kann beginnen.

Mit viel Witz und Charme zeigt der Autor, wie es gehen könnte. 3 Generationen unter einem Dach, die sich zweckmäßig gegenseitig unterstützen, sich toll ergänzen und einfach für einander da sind. Alle drei werden gebraucht, sie sind nicht "Nichts", und das ist wichtig. Auch wenn es insgesamt vielleicht ein wenig platt wirkt und naiv, ist es doch eine unkomplizierte, lockere und leichte Lektüre für zwischendurch.

Unterm Strich

Das Ende lässt einen nächsten Teil vermuten, ich bin gespannt. Für diesen hier gibt es 4 Sternthaler von mir.


Der Autor
Florian Herb, 1971 in Berlin geboren, lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen im Allgäu. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit begeistert er sich für Musik, Fotografie, Film, Theater, den VFB Stuttgart und die Tücken des menschlichen Zusammenlebens.
Quelle: Ullstein-Autorenseite
Vielen Dank an Vorablesen und den Ullstein-Verlag für dieses Leseexemplar.
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