Sonntag, 31. März 2013

"New York Love Story" von Katrin Lankers

Coppenrath-Verlag
267 Seiten
ISBN
9783649610267
Coppenrath
Preis: 12,95€
gebundene Ausgabe


Simon will nach New York. Das kann nicht sein! Klar ist seine Musik ihm sehr wichtig, aber was ist mit Niki? Dass er ihr das ausgerechnet heute sagen muss. Immerhin hat er heute Geburtstag und Niki wollte mit ihm schlafen . . . ihr Geschenk.

Stattdessen sitzt sie jetzt total verheult bei ihrer Freundin Maja und überlegt, wie sie ihre Mutter davon überzeugen kann, dass sie diesen Sommer unbedingt nach New York muss, vielleicht ein Sprachurlaub? Zumindest ihre 4 in Englisch könnte es vertragen. Aber mit dieser Idee braucht sieihrer Mutter garnicht kommen, denn die hat eine ganz andere Idee. Eine alte Freundin von ihr lebt in New York, mit ihren Zwillingen und die brauchen einen Babysitter. Nicht ganz Nikis Vorstellung, aber egal, 6 Wochen New York als Au-Pair, da wird sie Simon schon finden.

Meine Meinung

Aus dem Alter für solche jugendlichen Liebesgeschichten sollte ich ja eigentlich raus sein, aber trotzdem ist es zwischendurch ganz schön, mal was entspanntes zu lesen. Wobei hier für die Protagonistin Niki ganz und garnichts entspannt ist.
Niki, zarte 16, lebt mit ihrer Mutter auf dem Lande, und ist weniger naiv, als ich zu Anfang befürchtet hatte. Die Geschichte an sich ist nichts neues: Mädchen verliebt sich in Junge, Junge haut ab, Mädchen hinterher, lernt den nächsten Jungen kennen, ok.
Aber das Drumherum ist guter Füllstoff, eine gute Verpackung für diese Liebesgeschichte. Es macht Spaß, sie zu lesen, und ja, ich bin ehrlich, mitgefiebert hab ich auch.
Mit der New Yorker Familie hat die Autorin gleich eine komplett unsympathische Familie an den Start gebracht, das fand ich etwas sehr hart, wenigstens einen Verbündeten hätte ich Niki schon gegönnt. Aber nach und nach bemerkt man unter harten Schalen auch weiche Kerne und so entspannen sich nach und nach die verhärteten Fronten. Alles in allem lässt sich die Geschichte flott lesen, ich selbst habe einen Nachmittag dafür gebraucht.

Unterm Strich

Die Sätze nicht zu lang, die Geschichte nicht zu kompliziert, ein wenig Herz- und Weltschmerz hier und da, ohne allzu kitschig zu wirken. Ich finds genau richtig für junge Mädchen und würde es meiner Tochter auf jeden Fall empfehlen. Dafür 4 Sternthaler.

Die Autorin
Katrin Lankers, geboren 1977, hat schon einiges von der Welt gesehen. Während ihres Journalistik-Studiums war sie ein halbes Jahr in Brüssel und hat Praktika in Mexico City und New York absolviert. Sie arbeitete mehrere Jahre lang für Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien, bis sie beschloss, sich ganz dem Bücherschreiben zu widmen. Mit ihrem Mann, zwei Kindern und zwei Katzen lebt die freie Autorin in Bornheim bei Bonn.
Quelle: Coppenrath Produktseite

Vielen Dank an den Coppenrath-Verlag und Amazon-Vine für dieses Rezensionsexemplar.

Sonntag, 24. März 2013

"Dein Blick so kalt" von Inge Löhnig

Arena X-Thriller
368 Seiten
ISBN 9783401067629
Arena-Verlag Jugendbuch
Preis: 12,99€
Taschenbuch


Obwohl Lou, eigentlich Louise, erst 16, naja, fast schon 17 ist, setzt sie sich ihren Eltern gegenüber durch und macht in München ein Praktikum in einer Werbeagentur. Zum Glück hat Tante Ute in München noch eine kleine Wohnung für sie und Onkel Achim wohnt in der Nähe.

Doch in München läuft nichts so, wie Lou es sich erhofft hatte. Ihre Mitpraktikantin ist eine echte Zicke, ihr Chef ständig anzüglich und aufdringlich und dann noch diese seltsame, schon etwas furchteinflößende Mail. Als bald eine weitere Mail mit heimlich aufgenommenen Fotos von ihr auftaucht, und ein verschwundenes T-Shirt zerschnitten mit der Post wieder bei ihr landet, macht sie sich doch mehr Sorgen und gemeinsam mit ihrem neuen Freund Lysander geht sie zur Polizei. Die sehen das Ganze allerdings recht locker und vertrösten sie zunächst.

Denn zur Zeit sind sie immernoch mit dem Fall "Daniela" beschäftigt. Das junge Mädchen wurde entführt und schließlich ermordet. Dieser Name taucht eh schon ständig in Lou's Nähe auf, erst zu hause in der Zeitung und in den Nachrichten und jetzt auch noch in einem Zeitungausschnitt in den Todesanzeigen, den ihr jemand zugesteckt hat. Langsam aber sicher hat Lou das Gefühl, paranoid zu werden.

Meine Meinung

Inge Löhnig hat es mal wieder geschafft. Mit diesem Buch hat sie mich gefesselt, mich festgehalten, nicht mehr losgelassen.
Louise aus Straubing ist ein echt taffes Mädchen. Starke Persönlichkeit, großes Durchsetzungsvermögen, und das, ohne arrogant zu wirken.Sie weiß halt einfach, was sie will. Frei nach dem Motto, dass ihr auch zu hause jederzeit etwas passieren kann, geht sie zielstrebig und selbstbewusst durchs Leben, lässt sich nicht so schnell unterkriegen.Selbst in Panikmachenden Situationen geht sie pragmatisch vor, zwingt sich selbst zum "erst überlegen, dann handeln".
Das kommt bei fast 17jährigen Teenagern sicherlich nicht allzu häufig vor, aber ab und zu bestimmt.

Die Story ist gut aufgebaut, zwischen den ausführlichen Kapiteln um Lou gibt es immer wieder kurze Einblicke in das Handeln und die Gedanken des gesichtslosen Täters. Die Autorin hat einige recht unsympathische Gesellen eingebaut, sodass als Täter einige in Frage kommen.
Klar läßt Frau Löhnig es sich nicht nehmen, ihrem Kommissar Tino Dühnfort, bekannt aus ihren anderen Krimis,  ebenfalls einen kurzen Auftritt zu verpassen. Aber hier spielt er diesmal keine weitere Rolle bei den Ermittlungen.

Im Verlauf wird unterschwellig immer mehr Spannung aufgebaut, die Kapitel werden kürzer, die Wechsel immer schneller. Die letzten knapp 100 Seiten musste ich in einem Rutsch durchlesen, weil ich es vor Spannung kaum aushielt.

Unterm Strich

Fesselnd geschrieben, Spannung pur, und genug Täter zur Auswahl - vielen Dank. Dafür vergebe ich sehr gerne 6 Sternthaler.
Die Autorin
Inge Löhnig, 1957 geboren, studierte an der Akademie U5 in München Grafik-Design. Nach  einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen ist sie heute selbständige Grafik-Designerin und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München. Daneben hat sie sowohl in der Belletristik als auch im Jugendbuch bereits hocherfolgreiche Thriller veröffentlicht.
Quelle: Arena Autorenseite

Vielen Dank an den Arena-Verlag und Julia Zieker für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Freitag, 22. März 2013

"Der Mordfall Terrier" von S.S. van Dine

Der Mordfall Terrier – DuMonts Digitale Kriminal-Bibliothek
DuMont Kriminalbibliothek
194 Seiten auf meinem Trekstor
ISBN 9783832186975
DuMonts digitale Kriminalbibliothek
Preis: 3,99€
Ebook


Was hier aussieht wie Selbstmord, entpuppt sich schnell als das fast perfekte Verbrechen: Archer Coe ist tot. Und so, wie er in seinem Sessel sitzt, ein Loch im Kopf und die Pistole noch in der Hand, denkt niemand daran, dass es Mord sein könnte. Niemand bis auf einen: Philo Vance, seineszeichens Detektiv. Mit unglaublichem Spürsinn und Ideenreichtum macht er sich gemeinsam mit dem Bezirksstaatsanwalt Markham an's Werk, um den wohl ungewöhnlichsten Mordfall New Yorks zu dieser Zeit zu lösen.

Meine Meinung

Ein toller Krimi, das hatte ich nicht erwartet. Schon gleich zu Beginn gibt es eine Auflistung aller mitwirkenden Personen, was sehr hilfreich ist.
Dieser Krimi spielt im alten New York. Eine genaue Zeitangabe gibt es leider nicht, aber der Roman wurde 1933 das erste Mal veröffentlicht.
Erzählt wird er vom Autor persönlich, der als stiller Begleiter Vance' stets anwesend ist. Dabei ist er so still, dass man seine Anwesenheit im Verlauf sehr schnell vergißt.

Sein Erzählstil ist sehr flüßig und ich habe mich schnell eingelesen. Und wenn ich es nicht besser wüßte, hätte ich das Ganze für einen englischen Krimi gehalten.

Die Handlung zieht sich über einen recht kurzen Zeitraum hin, wobei jedes Kapitel mit Tagesdatum und Uhrzeit beginnt. So erstreckt sich die ganze Begebenheit von Donnerstag morgen bis Samstag abend, bis der Fall gelöst ist. Naja, eigentlich ist es nicht nur ein Fall, denn im Verlauf gibt es insgesamt 3 Tote zu vermelden, die aber allesamt in Verbindung zueinander stehen.

Detektiv Vance geht mit unglaublichem Spürsinn und Forschergeist an die Sache heran. Er sieht Dinge, deren Ansicht anderen oft verborgen bleibt. Mit Ausdauer und Geduld macht er seinen Mitmenschen Blickwinkel deutlich und eröffnet so allen Beteiligten immer wieder erstaunliche Tatsachen. Dabei überrascht er auf sympathische Art und Weise mit seiner ausserordentlichen Kombinationsgabe und bringt so die einzelnen Baustein nach und nach an ihren Platz. Ich bin ehrlich, dabei erinnert er mich, gemeinsam mit Markham, schon oft an Sherlock Homes und Watson.

Bei allen Begebenheiten ist er stets ein Gentleman, gepaart mit einem leichten Hauch von bissiger Ironie und charmantem Witz. Wollen Sie mehr wissen, was ein Hund und eine chinesische Vase  mit diesen Morden zu tun haben? Nunja, dann lesen Sie selbst . . .
Zum besseren Verständnis gibt es ein paar Zeichnungen über die Räumlichkeiten des Hauses der Famile Coe.

Unterm Strich

Empfehlenswert, ohne jede Frage. Auskommend ohne die komplizierte heutige Technik, allein mit Spürsinn und Kombinationsgabe- dafür vergebe ich sehr gerne 5 Sternthaler.


Der Autor
S. S. van Dine ist das Pseudonym des amerikanischen Kunst- und Kulturkritikers Willard Huntington Wright (1888–1939). Seine aus profunder Kennerschaft des Genres geschaffenen Romane um den Gentleman-Detektiv Philo Vance begründeten die Tradition des Detektivromans für Intellektuelle.
Quelle: DuMont Autorenseite

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den DuMont Buchverlag für dieses Ebook.

Dienstag, 19. März 2013

"Albert- ein glorreiches Schnabeltier" von Howard L. Anderson

Ullstein-Verlag
272 Seiten
ISBN 9783550088940
Ullstein-Verlag
Preis: 16,-€
gebundene Ausgabe


Als Albert aus dem Zoo von Adelaide ausbricht, hat er nur ein Ziel vor Augen: Das alte Australien zu finden. Den Zoo kann er nicht mehr ertragen, ständig dieses blöde Gegaffe der Besucher, die mit Popkorn nach ihm werfen, damit er abtaucht in's Wasser. Besser ist es dort auch nicht, denn durch eine dicke Glasscheibe können sie ihn weiter beobachten, mit ihren riesigen Gesichtern.
Aber der Weg in das legendäre Australien ist schwieriger und steiniger, als Albert das erwartet hatte.
Also dann, lasse Sie uns Albert ein Stück auf seiner Suche begleiten.

Meine Meinung

Nach dem Klappentext und auch nach der Leseprobe war mir trotzdem nicht so ganz klar, was ich hier vor mir hatte. Und ich gestehe, es hat auch etwas gedauert, bis ich mich eingelesen habe. Und was soll ich nun sagen?

Auf seinem recht beschwerlichen Weg durch die Wüste lernt Albert viele verschiedene Wegbegleiter kennen. Von Menschen ist in diesem Buch keine Spur, es geht durchweg um Tiere.
Gleich zu Beginn stellt der Autor diese Wegbegleiter zum Glück allesamt vor. Und so trifft der Leser auf Dingos, einen Waschbären, Kängurus, Wombats, Wallabys, einen tasmanischen Teufel, Bandicoots, ein Possum und natürlich das Schnabeltier.

Jeder von ihnen wird hier, bis auf die Dingos, so stark vermenschlicht, dass ich zeitweise wirklich vergaß, was für tierische Helden sich hier tummeln. Leider sind es nicht immer die günstigsten Bedingungen, unter denen das Schnabeltier ihnen begegnet und viele der Begegnungen enden blutig oder sogar tödlich. Und hier ist für mich das hauptsächliche Problem: Es gibt einfach zu viele Tote.

Dieses Buch ist nicht witzig oder lustig, und sollte es sarkastisch sein, habe ich den Sarkasmus darin nicht gefunden.
Die tierischen Helden sind auch nicht niedlich, sondern, durch ihre Vermenschlichung, oft gemein und hinterlistig, alkoholsüchtig oder pyroman. Nur wenige von ihnen waren mir sympathisch.
Die anfängliche Schwermut und meine Schwerfälligkeit, was das Lesen an sich betraf, hat sich leider über die gesamte Seitenzahl hingezogen.

Unterm Strich

Die Moral dieser Geschichte hat sich mir leider nicht offenbart- schade. Ich wünsche Albert alles Gute in Australien, aber leider ohne mich. Dafür gibt es von mir 2 Sternthaler.

 Der Autor
Howard L. Anderson hat schon einiges erlebt: Er arbeitete auf einem Fischereiboot in Alaska, in den Stahlwerken von Pittsburgh, als Lastwagenfahrer in Houston und als Drehbuchautor in Hollywood. Er studierte Jura, und gegenwärtig vertritt er als Strafverteidiger Mexikaner, denen Straftaten auf amerikanischen Boden vorgeworfen werden. 
Quelle: Ullstein- Autorenseite

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar.
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